Wildbienen helfen an den Hundstagen

10. August 2026

Wenn die Sommertemperaturen auf über 30°, ja sogar bis zu 40°C steigen, ist das für Mensch und Tier eine Qual. Während wir Menschen in Deutschland (noch) einfach den Wasserhahn aufdrehen und uns erfrischen können, haben Tiere es vor allem in der Stadt nicht so leicht.

Pfützen und Rinnsale, ja sogar Bäche trocknen bei Hitzewellen aus, selbst die Erdoberfläche ist staubtrocken. Hier finden Wildbienen wie Mauerbiene, Holzbiene, Erdhummel oder Sandbiene keinen Tropfen.

Und selbst viele Pflanzen produzieren weniger Nektar, der ja Nahrung und Getränk gleichzeitig ist, erklärt die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Zwei Tipps, wie man Insekten bei Hitze leicht helfen kann

Ob auf dem Fensterbrett, dem Balkon oder im Garten: Mit wenig Aufwand kann jeder Mensch etwas tun, um nicht nur den Wildbienen, sondern auch anderen Mitgliedern der heimischen Insektenwelt zu helfen. Und damit tut man gleichzeitig etwas für die Tiere, die sich von Insekten ernähren, wie Eidechsen, Frösche, Igel und viele Vogelarten.

1. Schälchen mit Wasser aufstellen, Wildbienen und Vögel beobachten

Selbst auf einer schmalen Fensterbank kann man ein flaches Schälchen mit Wasser aufstellen, in das man ein Stück Moos, ein Stück Baumrinde oder einen trockenen Ast legt, damit die Bienen sich festhalten können und nicht ertrinken.

Hat man sowieso bepflanzte Kästen auf dem Balkon, kann man zwischen den Pflanzen eine kleine freie Stelle schaffen und dort einen Untersetzer mit Wasser aufstellen. Nach ein paar Tagen fliegen dort regelmäßig verschiedene Insekten an, um sich zu erfrischen.

Im Garten kann man gleich verschieden große flache Schalen aufstellen, die Vögel auch gern als Badestelle nutzen. Wenn man gleichzeitig ein Futterhäuschen aufstellt und auch im Sommer füttert, kann man regelmäßig Vögel beobachten.

Wichtig ist, dass das Wasser bei allen Trinkschalen regelmäßig aufgefüllt bzw. bei großen Schalen auch ausgetauscht wird, damit es hygienisch bleibt. Und besonders bei großen Schalen sollte man einen großen oder mehrere kleine Steine einlegen, damit kein Tier im Wasser ertrinkt. Wenn man das Wasser wechselt, kann man damit gleich ein paar Kräuter in der Nähe gießen, deren Blütennektar eine Futter-Tankstelle für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen und Schwebfliegen ist.

2. Blühende Kräuter anbieten – auch Insekten haben Hunger

Mediterrane Kräuter wie Thymian, Oregano, Lavendel und Rosmarin vertragen recht viel Hitze und ihre Blüten werden gern von Insekten besucht.

Borretsch (Borago officinalis) schmeckt nicht nur gut als Kräuterzutat in sommerlichen Salaten. Er produziert in seinen schönen blauen Blüten (die man übrigens auch essen kann) reichlich süßen Nektar, an dem sich nicht nur Wildbienen, sondern auch Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge stärken.

Übrigens: Sind Sie demnächst im Raum Baden-Baden unterwegs? Dann können Sie auf unserem Bienenpfad an der Sägmüller Matte und am Obstgut Leisberg noch vieles mehr über die geheimnisvolle Welt der Wild- und Honigbienen erfahren!

Wissenswert: Warum heißen die Hundstage eigentlich Hundstage?

Das hängt mit den alten Römern zusammen. Die Zeit von der dritten Juliwoche bis zur dritten Augustwoche haben sie schon als Hundstage bezeichnet. Die dies caniculares sind nach dem Sternbild Canis major (Großer Hund) benannt, das früher in dieser Zeit am Himmel aufging – bei uns kann man heutzutage das Sternbild mit dem Sirius als hellstem Stern erst ab Ende August sehen.

Quellen:

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/abhanegigkeit_nektaproduktion.pdf